Nachhaltigkeit in der Lebensmittelwirtschaft

Zunehmend mehr Verbraucher wünschen Lebensmittel, die nachhaltig produziert sind. Entsprechend zertifizierte Produkte erfreuen sich stetig steigender Nachfrage. Doch die zahlreichen Kennzeichnungen mit unterschiedlichen Kriterien sorgen für Verwirrung.

Der Anspruch an nachhaltig erzeugte Lebensmittel

Nachhaltigkeit wird in der Lebensmittelwirtschaft immer wichtiger: Verschlafen Unternehmen diesen Trend, dann verlieren sie Marktanteile. Dabei handelt es sich nicht allein um den ökologischen Aspekt der Produktion, auf welchen nachhaltiges Wirtschaften manchmal reduziert wird. Darüber hinaus müssen Firmen auch soziale und wirtschaftliche Kriterien erfüllen. Das gilt vor allem bei Importen von Nahrungsmitteln. Die Menschen in eher ärmeren Ländern sollten von den Erträgen leben können, zugleich müssen sie soziale Rechte wie die Organisation von Arbeitnehmerrechten in Anspruch nehmen können. Diese beiden Punkte werden unter dem Stichwort “Fairer Handel” zusammengefasst. Wenn Sie als Kunde solch umfassend nachhaltige Lebensmittel kaufen wollen, müssen Sie nur auf entsprechende Gütesiegel achten.

Probleme durch unterschiedliche Standards

Doch genau bei diesen Gütesiegeln fordern Experten des nachhaltigen Wirtschaftens Verbesserungen. Es gibt mittlerweile mehrere Siegel, die von diversen Organisationen vergeben werden. Diese legen aber keine einheitlichen Kriterien zugrunde. So gewichten sie unter anderem die drei Aspekte Ökologisches, Soziales und Wirtschaftliches verschieden. Die Maßstäbe unterscheiden sich auch in der Strenge. Einige Verbände legen harte Kriterien, um das Bestmögliche für Produzenten vor Ort und die Umwelt herauszuholen. Andere vertreten dagegen die Meinung, dass diese nicht von genügend Herstellern einzuhalten seien und deshalb für den erwünschten Massenmarkt nicht taugen würden. Zusätzlich steigern sich die Verwaltungskosten, wenn so viele Organisationen finanziert werden müssen. Wer ein solches Gütesiegel auf seinen Produkten wünscht, muss dafür eine bestimmte Abgabe zahlen. Dies führt zu höheren Endpreisen, was eine abschreckende Wirkung auf Konsumenten haben kann. Fusionen würden diese Kosten senken. Zumindest eine Angleichung der Normen sollten die Herausgeber von Gütesiegeln laut Experten anstreben. Die bisherige Vielfalt verunsichert ihrer Meinung nach die Verbraucher.

Die Zusammenfassung

Die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln, zertifiziert mit Gütesiegeln, hat sich zu einem Verkaufsargument entwickelt. Dabei schließt Nachhaltigkeit ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte ein. Als problematisch erweisen sich aber die zahlreichen Siegel mit unterschiedlichen Vergabekriterien. Diese stiften Verwirrung und kosten viel Geld. Deshalb treten Fachleute für eine Vereinheitlichung und bestenfalls für Fusionen ein.

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