Kosmetik ohne Tierversuche: Auf welche Prüfsiegel ist zu achten?

Über einen langen Zeitraum nutzten Kosmetikhersteller Tiere in großem Umfang als Versuchsobjekte. Tierschützer protestierten lautstark dagegen. Die Bundesregierung sowie die Europäische Union haben die Regeln inzwischen verschärft, doch gibt es noch immer zahlreiche Schlupflöcher.

Gesetzliche Einschränkungen reichen nicht aus

Die Kosmetikindustrie setzte in der Vergangenheit darauf, entwickelte Produkte an Tieren auszuprobieren. Im Vergleich zu anderen Methoden sparten sie sich dadurch viel Geld. Seit 2004 verbietet dies die Europäische Union. Der deutsche Gesetzgeber wurde bereits 1998 aktiv, beschloss allerdings eine Regelung mit einer bedeutenden Ausnahme: Einzelne Substanzen, die nicht allein zur Kosmetikherstellung verwendet werden, dürfen weiterhin an Tieren getestet werden – das trifft allerdings auf fast alle Mittel zur Kosmetikproduktion zu. Aus diesem Grund sollten Sie sich als Verbraucher nicht auf die gesetzlichen Bestimmungen verlassen, sondern beim Einkauf nach verschiedenen Gütesiegeln Ausschau halten.

Gütesiegel gewährleisten Verzicht auf Tierversuche

Solche Zertifizierungen garantieren Ihnen, dass Firmen in der gesamten Entwicklungs- und Produktionskette auf Tierversuche verzichten. Besonders verbreitet ist das Logo vom “Internationalen Verband gegen Tierversuche in der Kosmetik”. Der Prüfung liegen strenge Kriterien zugrunde, die vom Deutschen Tierschutzbund entwickelt wurden. Ein weiteres Siegel stammt von der “Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen”, in der sich verschiedene europäische Tierschutzverbände organisiert haben. Anhand des Humane Cosmetic Standard, der Tierversuche ebenfalls umfassend ausschließt, werden sämtliche Produkte und Herstellerfirmen regelmäßig intensiven Prüfungen unterzogen. Andere Vorkämpfer gegen Tierversuche erweitern ihren Kriterienkatalog um ökologische Aspekte, was zum Beispiel auf den Verband “True Friends of Natural and Organic Cosmetics” mit dem “Natrue”-Label zutrifft. Der Verein vergibt ein dreistufiges Logo, wobei der Anteil an biologisch erzeugten Substanzen den Maßstab bildet. Noch einen Schritt weiter geht die “Vegan Society” aus Großbritannien: Deren Siegel erhalten nur Produkte, die keinerlei tierische Inhaltsstoffe beinhalten.

Für den Tierschutz: zertifizierte Kosmetikartikel

Der deutsche Gesetzgeber und die Europäische Union schränken mit gesetzlichen Regelungen die Möglichkeit ein, bei der Kosmetikherstellung Tierversuche einzusetzen. Doch es bleiben Lücken: Als kritischer Verkäufer sollten Sie sich deshalb an Gütesiegeln orientieren, die den Verzicht von Tierversuchen gewährleisten. Einige weitere Organisationen prüfen darüber hinaus, inwieweit Hersteller auf biologisch angebaute Pflanzen setzen oder tierische Produkte komplett ausschließen.

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